„Bitte legen Sie eine Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer vor.“ Diesen Satz lesen viele Menschen zum ersten Mal in einem Schreiben vom Standesamt, von der Ausländerbehörde oder von der Hochschule. Er wirft sofort Fragen auf: Was ist ein vereidigter Übersetzer? Wo findet man einen? Und braucht man ihn wirklich für jedes Dokument?

Nicht jede Übersetzung muss beglaubigt sein, aber wenn es darauf ankommt, führt kein Weg daran vorbei. Dieser Beitrag bringt Klarheit.

Viele Namen, eine Funktion

Je nach Bundesland heißen sie allgemein beeidigte, ermächtigte oder öffentlich bestellte Übersetzer. Umgangssprachlich spricht man von vereidigten Übersetzern. Gemeint ist immer dasselbe: Eine Person mit nachgewiesener Sprach- und Fachkompetenz, die von einem Gericht befugt wurde, die Richtigkeit und Vollständigkeit von Übersetzungen zu bestätigen.

Diese Bestätigung erfolgt durch einen Beglaubigungsvermerk mit Unterschrift und Stempel. Das Ergebnis nennt man beglaubigte oder beeidigte Übersetzung.

Wann eine beglaubigte Übersetzung Pflicht ist

Immer wenn fremdsprachige Dokumente bei deutschen Behörden, Gerichten oder Notaren als Nachweis dienen, wird in der Regel eine beglaubigte Übersetzung verlangt. Typische Fälle sind:

  • Eheschließung beim Standesamt
  • Einbürgerung und Aufenthaltstitel
  • Asylverfahren und Familiennachzug
  • Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse
  • Gerichtsverfahren und Erbschaftsangelegenheiten
  • Handelsregistereintragungen ausländischer Gesellschaften

Für Asyl- und Aufenthaltsverfahren gibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Hinweise dazu, welche Unterlagen benötigt werden.

Wann eine normale Übersetzung genügt

Nicht jedes Dokument braucht einen Stempel. Für interne Zwecke, für das Verständnis eines Vertragsentwurfs, für Marketingtexte, Websites oder technische Dokumentation reicht eine professionelle Fachübersetzung ohne Beglaubigung. Auch manche Arbeitgeber und private Institutionen akzeptieren einfache Übersetzungen. Fragen Sie im Zweifel nach, bevor Sie für eine Beglaubigung zahlen, die gar nicht nötig ist.

Amtlich beglaubigt oder beglaubigt übersetzt

Ein häufiges Missverständnis: Eine amtlich beglaubigte Kopie ist etwas anderes als eine beglaubigte Übersetzung. Die amtliche Beglaubigung einer Kopie bestätigt, dass die Kopie mit dem Original übereinstimmt. Sie wird von Behörden oder Notaren vorgenommen. Die beglaubigte Übersetzung bestätigt die Richtigkeit der Übersetzung. Manche Stellen verlangen beides.

Was kostet eine beglaubigte Übersetzung

Die Kosten hängen von Sprache, Umfang und Schwierigkeitsgrad ab. Standardurkunden wie Geburtsurkunden werden häufig zu Festpreisen angeboten. Längere Dokumente werden nach Normzeilen oder Wörtern abgerechnet. Die Beglaubigung ist bei seriösen Anbietern im Preis enthalten, Versandkosten und Eilzuschläge können hinzukommen.

Häufige Dokumente im Alltag

Besonders oft werden Personenstandsurkunden übersetzt. Wer zum Beispiel für die Anmeldung eines Kindes oder eine Eheschließung eine Geburtsurkunde übersetzen lassen muss, braucht fast immer eine beglaubigte Fassung. Häufige Sprachen sind neben Englisch vor allem Türkisch, Arabisch, Russisch, Ukrainisch und Polnisch. Für Familien mit polnischen Wurzeln ist ein erfahrener Übersetzer Deutsch Polnisch mit Ermächtigung die richtige Adresse.

Gültigkeit in ganz Deutschland

Eine beglaubigte Übersetzung, die von einem in Deutschland ermächtigten Übersetzer angefertigt wurde, ist grundsätzlich bundesweit gültig. Es spielt keine Rolle, in welchem Bundesland der Übersetzer ermächtigt ist oder wo die Übersetzung eingereicht wird. Sie können also problemlos online bestellen.

Übersetzungen aus dem Ausland

Beglaubigte Übersetzungen, die im Ausland angefertigt wurden, werden in Deutschland oft nicht anerkannt. Umgekehrt akzeptieren viele ausländische Behörden keine deutschen Beglaubigungen. Klären Sie deshalb vorab, wo die Übersetzung verwendet wird, und lassen Sie sie nach Möglichkeit im Zielland oder von einem dort anerkannten Übersetzer anfertigen.

Wie ein vereidigter Übersetzer arbeitet

Ein ermächtigter Übersetzer darf nicht einfach übersetzen, was ihm sinnvoll erscheint. Er ist verpflichtet, das Dokument vollständig und treu wiederzugeben, auch Stempel, Siegel, handschriftliche Vermerke und Randnotizen. Unleserliche Stellen werden kenntlich gemacht, Auslassungen sind nicht erlaubt. Am Ende bestätigt er mit seinem Beglaubigungsvermerk, dass die Übersetzung richtig und vollständig ist. Diese Verantwortung ist der Grund, warum Behörden solchen Übersetzungen vertrauen.

Zudem unterliegt der Übersetzer der Verschwiegenheit. Persönliche Daten aus Urkunden, Gerichtsakten oder medizinischen Unterlagen bleiben vertraulich. Das ist besonders wichtig bei sensiblen Verfahren wie Asyl, Scheidung oder Sorgerecht.

Wie lange dauert es

Für gängige Sprachen und Standardurkunden sind wenige Werktage üblich. Hinzu kommt der Postversand, weil Behörden meist das Papierexemplar mit Originalstempel sehen möchten. Bei seltenen Sprachen, umfangreichen Dokumenten oder schwer lesbaren Handschriften kann es etwas länger dauern. Wer einen festen Termin hat, sollte diesen bei der Bestellung angeben, damit der Anbieter die Bearbeitung entsprechend plant.

So bestellen Sie richtig

Senden Sie gut lesbare Scans aller Seiten, einschließlich Rückseiten und Stempel. Legen Sie eine Passkopie für die Namensschreibweise bei. Nennen Sie die Behörde und den Termin. Klären Sie, ob eine Apostille nötig ist, und besorgen Sie diese vor der Übersetzung.

Bei PoliLingua können Sie eine beglaubigte Übersetzung in zahlreichen Sprachen online beauftragen, angefertigt von ermächtigten Übersetzern und bundesweit anerkannt.

Digitale Beglaubigung

Einige Behörden akzeptieren inzwischen auch elektronisch signierte Übersetzungen. Ob das im Einzelfall möglich ist, sollten Sie vorher erfragen, denn viele Stellen bestehen weiterhin auf dem Papierdokument. Ein seriöser Anbieter berät Sie, welche Form für Ihr Verfahren passt, und liefert bei Bedarf beide Varianten, damit Sie flexibel bleiben.

Fazit

Ein vereidigter Übersetzer ist immer dann gefragt, wenn eine Übersetzung rechtlich verbindlich sein muss. Wer die Anforderungen der Behörde kennt und vollständige Unterlagen einreicht, erhält schnell eine Übersetzung, die überall in Deutschland anerkannt wird.